
Das Thema Storage und Backup sind zwei Themen, über die man viel philosophieren kann. Vor allem in Sachen Zukunftsplanung und Aufwand. Die wenigsten brauchen ein RAID10 mit vier bis fünf identischen Festplatten oder ein sehr teures Bandlaufwerk mit entsprechend großen Bändern. Das ist wenig kosteneffektiv für den Heimbenutzer und kaum einer sieht es ein, trotz vier Festplatten nur die Kapazität von zwei Stück nutzen zu können. Ein Bandlaufwerk ist unflexibel in der Handhabung. Was also tun?
Streamer
Mit dieser Frage beschäftige ich mich auch derzeit. Bandlaufwerke gibt es in der Regel nur mit SCSI-Anschluss und dafür bräuchte ich einen separaten Controller mit PCIe-Anschluss, da ich in meinem Rechner keine weitere Möglichkeit habe. Dazu noch den Streamer selbst (Preise bei Geizhals) und dann noch die Bänder. Und selbst, wenn ich das alles hätte, müsste ich die Bänder nach ein paar Schreibvorgängen austauschen und zur Sicherung auch noch den Rechner laufen lassen. Eine Sicherung im laufenden Betrieb ist selten sinnvoll.
Ein Image des Rechners lässt sich so wohl auch nur schwer realisieren, da die bekannten Imager (z.B. Acronis True Image Home 11) wahrscheinlich nicht auf Streamer sichern können. Korrigiert mich, wenn ich hier falsch liege.
RAID
Ich möchte über kurz oder lang auch von den vier Platten in meinem Rechner weg, weshalb z.B. ein RAID10 nicht in Frage kommt.
Mein Rechner hat – nachdem ich die beiden RAID-Systeme aufgelöst habe – 660 GB Speicherplatz, verteilt auf vier Platten (2x 250 GB + 2x 80 GB). Die beiden 80er Platten waren bis vor kurzem zu einem RAID1 zusammengefasst und die Daten darauf (hauptsächlich Dokumente und Fotos) waren somit redundant gespeichert. Da diese beiden Festplatten ihre MTBF inzwischen zur Hälfte hinter sich haben und ich für die anderen Daten keinerlei Sicherung habe, wird es Zeit für etwas neues.
Einzelne externe Festplatte
Eigentlicher Plan ist eine Festplatte anzuschaffen, die einfach nur “lose” im Schrank liegt. Also einfach eine Platte ohne Gehäuse, auf der alle paar Tage / Wochen / Monate eine Komplettsicherung unserer Systeme landen und wirklich auch nur dann zum Einsatz kommen soll. Zusätzlich sollen noch Images von Rechnern, die ich für andere installiere, darauf gespeichert werden. So hätte ich eine Anlaufstelle, um alle Images zentral zu speichern. Jetzt überlege ich nur: Muss es dafür wirklich eine 1 TB-Festplatte sein oder reicht etwas kleineres dafür aus? Schließlich werden Images auch noch komprimiert und eine Backup-Software kann die Daten ebenfalls archivieren. Meine Eigenen Dateien füllen bislang “nicht mal” eine 80 GB-Platte. Zusätzliches Problem: Nehme ich eine Platte ohne Gehäuse, werde ich Schwierigkeiten bekommen, sie am Notebook anzuklemmen. Eine PCMCIA-Karte, die eSATA bietet, habe ich noch nicht finden können.
NAS
Trotzdem hätte ich auch gerne ein NAS mit möglichst viel Speicherplatz, das ständig im Zugriff ist. Hierauf sollen dann alle Nutzdaten wie z.B. die Eigenen Dateien und auch meine Musik liegen. Hierfür sollte das NAS am besten einen iTunes-Server bereitstellen, da wir mit zwei Rechnern auf die Musik zugreifen wollen. Es hat sich als recht umständlich erwiesen, im iTunes-Store gekaufte Musik immer auf den jeweils anderen Rechner zu kopieren und dort in iTunes zu importieren. Fantec hat beispielsweise das DB-C35 im Sortiment, welches diese Funktionalität bietet. Gigabit-LAN brauche ich eigentlich nicht, da mein Router lediglich mit 100 MBit/s läuft und das Notebook über ein 54 MBit/s-WLAN angebunden ist. Schön wäre natürlich eine eSATA-Schnittstelle, um bei der ersten Sicherung alles möglichst schnell rüberschieben zu können.
Evtl. wäre es für mich noch sinnvoll, ein NAS-Gehäuse zu nehmen, in das zwei Festplatten eingebaut werden können. Diese müssen nicht im RAID laufen, da ein RAID0 für das LAN ohnehin zu schnell wäre und man mit einem RAID1 bei so großen Platten doch zu viel Platz verschenkt. Die beiden sollten sich dann schon lieber als JBOD einrichten lassen, um eine große Partition bereitzustellen.
Weitere Anforderung an ein NAS wären FTP-Zugriff von außen, ggf. ein BitTorrent-Client (eher unwichtig) und ein WebServer. Das ganze sollte mit einem einigermaßen bedienbaren Interface zu managen sein.
Ich denke, die Planung wird mich noch einige Zeit beschäftigen. Aber vielleicht hat von euch ja jemand eine gute Idee, wie das – auch einigermaßen kostengünstig – umsetzbar ist.
Frank hat bereits seit einigen Wochen ein mehrstufiges Storage-Setup aus zwei NAS-Systemen von Synology und einem Online-Backup bei Amazon laufen und wirkt sehr zufrieden.
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