
Am Mittwoch letzter Woche las ich auf Winfuture die News, dass ICQ seit diesem Tag zum Update zwingt. Es erscheint eine Meldung erscheint, dass man auf die “neue” Version 6 updaten soll. Verneint man diese Meldung, funktioniert der Messenger vorsichtshalber gar nicht mehr. Man muss also V6 benutzen, um weiter chatten zu können!
Der Skandal
Bereits im Januar 2007 hatte ich auf unserem neu gekauften Notebook die damals noch einigermaßen neue Version 6 installiert, weil ich dachte, es wäre vielleicht eine wirkliche Entwicklung ins Positive. Doch das war wohl eine Fehleinschätzung. Steffi kam damit absolut nicht zurecht, fand es zu bunt und überladen, bemängelte die (längeren) Ladezeiten.
Auch mir gefiel der neue Client nicht und auch mit ICQ 5.1 konnte ich mich nie anfreunden. Ich war bis vor kurzem sehr zufriedener Benutzer von Trillian Pro. Dies habe ich auch nur aufgrund einiger Bugs und Unverträglichkeiten mit meiner History zugunsten von Miranda IM von meinem Rechner entfernt.
Meiner Freundin war der originale ICQ-Client immer gut genug, bot alle Funktionen, die sie nutzt; den Invisible-Status, Geburtstags-Erinnerungen und das Chatten selbst. Mehr nutzt sie nicht. Außerdem hat sie bisher keinen MSN, AIM, Y! oder Jabber-Account, weshalb auch das kein Grund war zu wechseln.
Der Vorfall
Um wieder auf den Update-Zwang seitens ICQs zurückzukommen, erschien bei ihr dann auch prompt diese Meldung. Und da sie ja weiter chatten wollte, klickte Sie dann natürlich gezwungenermaßen auf “Ja”, “Weiter”, “Weiter” usw. Was sie nicht beachtet hat (und da mache ich ihr keinen Vorwurf) sind die vielen hübschen Haken, die man bei der Installation tunlichst abwählen sollte. Hiermit wird im Firefox und dem IE7 eine neue Suche eingerichtet und beide Browser bekommen eine mehr als überflüssige Toolbar spendiert.
Internet Explorer
Soweit könnte man ja noch sagen: Kein Problem, deinstalliere ich die Toolbars halt wieder und schmeiße die Suche einfach raus. Aber weit gefehlt: Geht man über “Systemsteuerung => Software” und deinstalliert die IE-Toolbar, scheint auch auf den ersten Blick alles zu funktionieren: Die Deinstallation wird erfolgreich abgeschlossen, ein Fenster des Internet Explorers öffnet sich (obwohl Firefox als Standard-Browser eingerichtet ist) und die dort angezeigte Seite sagt einem, dass man doch bitte alle Browser-Fenster schließen soll… Warum wird dann erst eins geöffnet, nur um zu sagen, dass man das wieder zu machen soll? Na ja, ich nahm den Umstand hin und schloss den IE. Beim erneuten Öffnen war die Toolbar tatsächlich weg.
Trotzdem strahlte mich weiterhin als Startseite die ICQ Search an und auch im Suchen-Fenster erschien diese Suchmaschine.
Alles klar, kurz die Startseite wieder umbiegen und die Suche entfernen und schon ist der IE wieder der Alte. Das war also geschafft!
Noch mehr Unmut machte sich breit, als ich unter “C:ProgrammeICQ-Toolbar” immer noch die Dateien der Toolbar fand. Auch das Deinstallationsprogramm ist dort zu finden. Die Prozedur der Deinstallation kann man beliebig oft wiederholen, die Dateien verschwinden jedoch nicht. Ich muss sie also wohl noch mal von Hand löschen.
Firefox
Im Firefox 3 ist die Sache sogar noch spannender: Die Toolbar wurde in der Version 1.1.2 installiert, aktuell ist jedoch Version 1.1.3 und Firefox versucht, ein Update zu machen. Dies schlug jedoch fehl und nach ein paar Neustarts des Rechner war dann auch endlich die – nichts desto trotz unerwünschte – Version 1.1.3 installiert.
Eine Deinstallation oder auch Deaktivierung mit anschließendem Neustart des Browsers bleibt auch mit der aktuellen Version erfolglos. Die Toolbar lässt sich nicht auf regulärem Wege entfernen! Firefox speichert ja alle installierten Extensions im Profilverzeichnis unter “C:Dokumente und Einstellungen[USERNAME]…”, also schaute ich dort hinein. Der Ordner enthält jedoch keine Dateien und somit kann ich auch nicht viel löschen.
Doch damit nicht genug: Auch das Entfernen des Such-Plugins schlug fehl, da beim Beenden des Browsers eine Meldung erschien, ob es denn gewünscht sei, dass das Suchplugin verändert wurde. Natürlich ist es das! Da soll wieder die normale Google-Suche drin sein.
Die Kapitulation
Ich habe die Toolbar nun erst einmal ausgeblendet und werde mich nachher noch einmal dran machen, vielleicht doch alles wegzubekommen.
Wie man überall im Netz lesen kann, habe nicht nur ich das Problem, sondern auch viele viele andere. Ich werde wahrscheinlich noch einmal den Tipp beherzigen, ein neues Firefox-Profil zu erstellen, aber das kann irgendwie nicht Sinn der Übung sein, um eine olle Toolbar zu deinstallieren, oder?
Das Fazit
Für mich jedenfalls ist und bleibt der originale ICQ-Client gestorben, aber da bin ich wohl nur einer von wenigen und ich werde wohl kaum ein Zeichen setzen können. Ich würde sogar auf das ICQ-Protokoll verzichten, wenn nicht 95% meiner Kontaktliste (ca. 140 Kontakte) dieses Netzwerk benutzen würden. Für Jabber habe ich nicht einen einzigen Kontakt, für den Yahoo Messenger einen oder zwei, bei AIM sieht es ähnlich aus und bei MSN hab ich vielleicht 10-15 Kontakte.
Da ich aber wirklich viel per Messenger chatte, will ich auf das Protokoll nicht verzichten.
1 Responses to “ICQ 6 und der Update-Zwang”